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Objektive Basis sichert den Serienlauf

Der Zeitdruck war groß, der Zulieferer war dabei, vier wesentliche Komponenten für vier verschiedene Autotypen zu entwickeln und für den Serienanlauf vorzubereiten, die letzten Tests für die Abnahme liefen – da passierte es: Die Komponente konnte eine wesentliche Funktion nicht erfüllen, das Projekt schien gescheitert zu sein. Und das wenige Wochen vor dem Produktionsstart!

Wie kam es dazu, hatte doch im Projektmanagement theoretisch alles gestimmt? Tatsächlich gab es in der Entwicklungsphase zahlreiche Änderungswünsche vom Kunden, die hektisch umgesetzt, aber nicht systematisch dokumentiert wurden. Die folgenden Diskussionen zwischen den Teams beim Zulieferer und dessen Lieferanten waren wenig zielführend, zu verworren war die Situation.

Die Aufgabe für die vier Schnitzer-Mitarbeiter war klar: Sie mussten das Projekt kurzfristig so zum Laufen bringen, dass die Serie starten konnte. „Wir haben zunächst alle Beteiligten intensiv befragt, um einen einheitlichen Informationsstand zu erhalten“, erklärt Peter Schnitzer. „Dafür haben wir unsere eigenen Methoden eingesetzt, unabhängig von den bestehenden Systemen von Hersteller, Komponenten- zulieferer und dessen Lieferanten.“ Auf dieser „neutralen“ Basis konnte das Schnitzer-Team für jedes Bauteil den aktuellen Stand feststellen und definieren, wer wann was zu liefern hat.

Damit war klar, wie das Projekt zu retten ist. Vor allem konnte der Zulieferer mit seinem Kunden transparent aufzeigen, wo die Schwachstellen waren und wie sie ge- meinsam behoben werden können. Während bei diesem dringenden Projekt sukzessive der Druck herausgenommen werden konnte, war der Zulieferer in der Lage, nachträglich seine eigene Dokumentation auf den neuesten Stand zu bringen. Und er bekam zusehends Freiraum, sich um die anderen drei anstehenden, ebenfalls zeitkritischen Projekte zu kümmern.