Sie befinden sich hier:

Qualität kommt an die Oberfläche

Beim Kauf eines Produktes ist die Oberfläche die Visitenkarte und ein kaufent­scheidender Faktor. Das liegt daran, dass unser Unbewusstes innerhalb von Sekundenbruchteilen aus einer optisch vollkommenen, sich wunderbar glatt und geschmeidig anfühlenden Oberfläche auf eine hohe Produktqualität schließt.

Nicht nur für die Automobilindustrie, sondern auch für Business-to-Business- Produkte sind hochwertige Oberflächen deshalb eine wichtige Form der Verkaufs­förderung. Kein Wunder also, dass das Bewusstsein für die Wichtigkeit des Themas „perfekte Bauteiloberfläche“ bei den Qualitätsverantwortlichen vieler Industriezweige wächst.

Doch die zur Herstellung einwandfreier Oberflächen nötigen Arbeitsprozesse sind recht anfällig und auftretende Mängel oft nur schwer erkennbar. Selbst minimale Fehler in frühen Produktionsstadien können später als Dellen, Beulen oder Materialauf­dickungen im Lack sichtbar werden. Gerade beim Einsatz von Hochglanzlacken, wie Klavierlack oder Liquid Chrome, werden Rohteilfehler erst nach der Beschichtung sichtbar.

„Eigentlich beginnt das Thema Beschich­tung schon mit der Entscheidung für das Bauteil-Material. Sie hat direkten Einfluss auf alle nachfolgenden Herstellungspro­zesse, Werkzeuge, Prüfverfahren und die ganz spezifischen Herausforderungen bei der Serienfertigung der späteren Oberflä­chen“, sind sich die beiden Wirtschaftsin­genieure Luis Gapp und Patrick Heine einig. Beide sind gerade im Auftrag des gleichen Kunden in unterschiedlichen Projekten in Sachen Bauteilqualität und Industrialisierung unterwegs.

Auch der Freigabe-Prozess für serienfähige Oberflächen wird oft unterschätzt. „Je höher die Anforderungen an Oberflächen, desto anspruchsvoller sind sie logischerweise auch für die dafür fälligen Qualitätskontrollen“, erläutert Patrick Heine. „Bei unterschiedlichen Layer-Materialien entstehen – trotz identisch eingesetzter Lackfarbe – oft deutliche Farbabweichungen. Daher werden für die Farbbemusterung mehrere Lackierumläufe benötigt.“

Innovationen wie der Einsatz des 4D-Drucks, eine Zweitnutzung von Oberflächen für Projektionen sowie eine wachsende Zahl von Farben und Nuancen für die Individuali­sierung von Produkten steigern die ohnehin schon hohen Anforderungen weiter. Hinzu kommen immer schärfere Umwelt- und Arbeitsschutzanforderungen. „Das Ende vom Lied sind massiv erhöhte Aufwände und Investitionen in einer Fülle von Prüf­schritten und Bemusterungsprozessen“, erläutert Luis Gapp. Es ist daher klar, dass Unternehmen, die diese Arbeitsabläufe sowie die für sie nötigen Qualitätskontrollen beherrschen, Wettbewerbsvorteile gegen­über anderen haben. „Die Schnitzer Group kennt sämtliche Prozesse und ihre Tücken aus vielen Projekten und Industriezweigen“, so Patrick Heine, „Systemic Projectmanager“ bei der Schnitzer Group.